Baden wie zu Großmutters Zeiten

Gestern habe ich unfreiwilliger Weise ein kleine Zeitreise in die Vergangenheit unternommen. Aufgrund einer defekten Warmwasserleitung gab es hier ab Sonntagnachmittag kein fliessend Warmwasser mehr. Super. Und was wird jetzt aus meinem sonntäglichen Aufenthalt in der Badewanne? Sollte ich doch tatsächlich gezwungen sein eine kalte Dusche zu nehmen? Oder etwa extra 1000m die Straße runter fahren um das Badezimmer in meinem Elternhaus zu nutzen?

„Back to the roots“ war dann mein Motto. Früher gab es schließlich auch kein warmes Wasser aus dem Wasserhahn. Auf das offene Feuer auf dem Balkon oder im Garten habe ich dann aber doch verzichtet. Nicht das sich noch die Nachbarn über den Rauch beschweren. So schnappte ich mir den größten Topf den ich besitze sowie den Wasserkocher. Nach einer Stunde habe ich dann beschlossen das die Hälfte der sonst üblichen Menge an Wasser in der Badewanne auch mal reichen muss.

Ihr könnt euch nicht vorstellen was das für eine Arbeit war. Jetzt verstehe ich auch warum die Leute damals nur einmal in der Woche gebadet haben. Fließend Warmwasser ist heutzutage ja eigentlich selbstverständlich. Gestern wurde mir dann aber bewußt was für ein Luxus das ganze doch eigentlich ist.

Heute ging zum Glück wieder alles und ich habe die heiße Dusche nach dem Sport gerade richtig genossen.

Bildquelle:  heyni / pixelio.de

11 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. oh ja. ähnliche erfahrung machte ich, als meine eltern während dem balkan-krieg ein „ausweich-haus“ in irgend einem kaff kauften, das von unserem okkupierten dorf ca. 100 km. entfernt war. total im renovierungswahn, weil es schlichtweg ne bruchbude war, hatten wir da auch kein bad. es war sommer, also wurde draußen ein riesenkessel mit wasser, unter dem eine „eingebaute“ feuerstelle war, erhitzt, bis es einigermaßen lau war. dann stieg man da komplett rein *hihi* danach warmes wasser in ne gießkanne und draußen im hof (im bikini. also ich *g*) wurden dann auch sämtliche shampoo reste ausgespült. ein abenteuerliches erlebnis. ja, für zwischendurch. ohne fließend wasser ist es echt uncool… ich bin veröhnt. ja.

  2. na, na…

    1000 m FAHREN!!!! Das kann man doch auch laufen, oder? Wäre vielleicht sogar die schnellere und bequemere Variante gewesen *gg*.

    Manchmal führt eine Faulheit zu noch größerem Aufwand;-P

    Aber es ist richtig. Wir nehmen unseren Luxus manchmal viel zu selbstverständlich….
    Schlimm ist das… Sehr schlimm. Wir sollten uns öfters mal läutern.

    Ich schlage einen bundeseinheitlichen „Kaltwassertag“ vor. Das wäre doch mal was!

  3. Ich wollte nur mal dran erinnern, daß wir früher barfuß durch den Schnee 100 Meilen weit zur Schule gelaufen sind, keine Klos und keine Badwannen hatten. Gewaschen wurde mit geschmolzenem Schnee. Den es in Louisiana natürlich nicht gab. Also quasi gar nicht.

    Aber Spaß beiseite: Stimmt. Wir sind alle luxusverwöhnt. Meine Oma hat mir mal erzählt, wie früher Wäsche gewaschen wurde. Das war echte, körperliche Arbeit…

  4. @judy LOOOL und geschrieben haste mit kreide auffe tafel, rüschdsch? wäsche waschen inner wanne. sehr schön. kenne ich. bettwäsche! no comment! 😉

  5. In Gibraltar hatte unser Haus, neben den regelmäßigen Stromausfällen, auch hier und da einen Cut in der Wasserversorgung. Echtes solides Handwerk halt. Ich bin dann runter ins Sportstudio zum Duschen gegangen… 🙂

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