Die Angst vor Datenverlust

Nur eines fürchten Fotografen mehr als schlechte Lichtverhältnisse: den Verlust ihrer Bilder. Besonders groß ist die Gefahr eines Datenverlusts bei digitaler Fotografie. Wo das Ergebnis der Analogfotografie in der Regel ein haptisch erfahrbares Bild ist, geben sich Digitalfotografen immer öfter damit zufrieden, ihre Aufnahmen ausschließlich digital aufzubewahren. Die Haltbarkeit digitaler Informationen jedoch ist umstritten. Zum einen lassen sich keine Voraussagen zur Dauerhaftigkeit und langfristigen Verfügbarkeit der zur Archivierung genutzten Speichermedien und Dateiformate treffen, und zum anderen ist die digitale Speicherung anfällig für technische Defekte und Datenverluste aufgrund unsachgemäßer Handhabung.

Nicht selten lassen sich solche Verluste auf defekte Festplatten, Speicherkarten oder optische Speichermedien wie CDs und DVDs zurückführen. Aber auch durch menschliches Versagen wie das versehentliche Löschen oder Überschreiben eines Bildes oder die unbeabsichtigte Formatierung der Speicherkarte können Bilder verloren gehen. Hinzu kommen Datenverluste durch Viren, Schadprogramme und andere Softwareprobleme. Zudem ist die Lebensdauer gängiger Speichermedien begrenzt. Eine sachgemäße Lagerung vorausgesetzt verrichtet eine Festplatte in der Regel nicht länger als zehn Jahre ihren Dienst. Bei optischen Medien wie CDs und DVDs kann man mit einer Lebensdauer von bis zu 15 Jahren rechnen, wenn diese trocken, dunkel und kühl gelagert werden. Die in der Digitalfotografie sehr beliebten Flash-Speicher wie SD-Karten & USB-Sticks hingegen sollten nicht länger als fünf Jahre zum Einsatz kommen.

Redundanz schafft Sicherheit

Um sich gegen einen Totalverlust der geliebten Bilder abzusichern sollten Fotografen auf eine redundante Datenspeicherung setzten. Gerade im Bereich der Fotografie kann ein zusätzliches Backup jedoch sehr speicherintensiv werden, insbesondere für Fotografen, die im RAW-Format arbeiten. Hier können nach einer ausgedehnten Foto-Tour oder einem Shooting im Studio schnell mehrere Gigabyte zusammenkommen. Bei Fotografen beliebt ist eine zusätzliche Datensicherung auf externen Festplatten. Eine solche lässt sich zudem mit entsprechender Backup-Software systematisieren. Bei großen Datenmengen kann eine redundante Sicherung auf externen Festplatten jedoch schnell sehr kostspielig werden. Fotografen, die zum Teil mehrere tausend Euro in ihr Equipment stecken, sollten hier aber nicht an der falschen Stelle sparen. Eine noch nicht ganz so etablierte Möglichkeit der Datenspeicherung ist die Online-Kopie in der Cloud.

Die Vorteile moderner Online-Festplatten liegen auf der Hand. Zahlreiche Cloud-Provider bieten nahezu unbegrenzten Speicherplatz im Internet, der sich in modular erweiterbaren Paketen buchen lässt. Up- und Download erfolgt durch eine schlichte Internetverbindung. Ist diese verfügbar, lassen sich die online gespeicherten Daten über unterschiedlichste Geräte wie Desktop-Computer, Laptop, Tablet oder Smartphone jederzeit und nahezu überall abrufen – Nach entsprechender Freigabe sogar von mehreren Nutzern. Somit können Fotografen ihre Bilder via Online-Speicher mit Auftraggebern, Kunden oder Redaktionen unkompliziert teilen. Dem immensen Speicherbedarf der digitalen Fotografie kommen vor allem die günstigen Preise der Cloud-Services entgegen. Bis zu einem gewissen Datenumfang lassen sich zudem zahlreiche kostenlose Angebote finden.

Der größte Vorteil der cloud-basierten Datenspeicherung ist jedoch die hohe Sicherheit der eingelagerten Daten auf Online-Speichern. Die Rechenzentren der prominentesten Anbieter wie der Telekom Tochter Strato können sowohl physisch als auch auf digitaler Ebene mit Sicherheitsmaßnahmen aufwarten, die sich privat nur äußerst kostspielig einrichten lassen. Hier garantieren physische Zugangsbeschränkungen, regelmäßig upgedatete Verschlüsselungs-Software sowie zyklische Backup-Prozeduren, dass ein unbefugter Zugriff von Dritten und der Verlust der Daten durch technische Störung nahezu ausgeschlossen werden können.
Dennoch sollte man sich der Tatsache bewusst sein, dass man persönliche Daten gewissermaßen aus der Hand gibt. Es empfiehlt sich daher genau zu prüfen, wem man die eigenen Bilder anvertraut. Gerade von Anbietern aus dem Ausland weiß man, dass deren Produkte nicht immer dem entsprechen, was im deutschen Datenschutzrecht festgelegt ist. Serverstandpunkt und Hauptfirmensitz des präferierten Anbieters sollte man vor der Nutzung daher immer in Erfahrung bringen. Zertifikate wie die TÜV-geprüfte Datensicherheit nach ISO 27001 sprechen zudem für einen verantwortungsvollen Umgang mit Kundendaten.

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