DKMS Stammzellenspende: Wie es abläuft und mein persönliches Fazit

Womit das Ganze anfing kann man in diesem Beitrag lesen. Den Zwischenbericht gibt es hier.

Sonntag war es dann soweit. Zusammen mit meiner besseren Hälfte machte ich mich auf den Weg nach Hameln. Dort befindet sich das Sana-Klinikum mit der Onkologischen Abteilung. Die DKMS hatte uns freundlicherweise ein Doppelzimmer im Mercure Hotel Hameln gebucht. Das Hotel ist keinen Kilometer von der Klinik entfernt.

Dort angekommen wurde erstmal das Zimmer bezogen. Zum Abendessen ging es in das hoteleigene Restaurant. Nach einem wirklich sehr guten Essen rief auch schon das Bett. Ich musste schließlich um 05:30 aufstehen, damit ich mir meine letzten drei Spritzen setzen konnte.

Hormonspritzen zur Anregung des Stammzellenwachstums für die Stammzellenspende

Das sehr reichhaltige Frühstücksbuffett des Hotels konnte ich irgendwie absolut nicht auskosten. 06:30 Uhr ist für mich keine Uhrzeit für ein ausgiebiges Frühstück und etwas nervös war ich auch. Kurz nach 07:00 Uhr spazierten wir dann zum Krankenhaus. Schnell in der Anmeldung vorbeigeschaut und schon ging es auf die Station.

Dort wurde meine Milz erstmal erneut per Ultraschall untersucht. Dank der Spritzen kann es passieren, dass diese anwächst. In meinem Fall tat sie es auch. Zum Glück aber nur zwei Zentimeter. Also alles noch im grünen Bereich. Jetzt folgte der letzte Toilettengang, bevor es losgehen sollte.

Kaum lag ich im Bett, konnte es auch losgehen. Es wurde noch einmal Puls/Blutdruck, sowie Fieber gemessen und schon wurden mir die Zugänge gelegt. Bevor ich an die Maschine angeschlossen wurde, folgte noch eine Blutentnahme, um einen Bluttest durchzuführen. Meine Frau durfte erst in dem Raum, als alles angeschlossen war.

Und da hing ich nun mit meinen zwei Zugängen. Einen im rechten Arm, einen im linken Arm. Rechts raus und links das Ganze wieder rein.

DKMS

Damit man während der Entnahme auch etwas zu tun hat, bekommt man einen „Knautschball“ um die Entnahmevene zu unterstützen. Ab und zu schlägt die Maschine dann Alarm sobald etwas mit dem Eingangs-/Ausgangsdruck nicht stimmt. Dann kommen die Schwestern und ziehen/drücken/drehen etwas an der Kanüle oder legen einem eine Wärmflasche auf den Arm, damit sich die Gefäße weiten. Alle 30 Minuten wird der Blutdruck gemessen.

Nach gut drei Stunden war ich durch mit der Entnahme. Es wurde wieder Blut entnommen, sowie Fieber gemessen. Danach durfte ich etwas essen. Nach dem Essen waren auch meine Blutergebnisse da. Ergebnis: Alles in Ordnung. Gegen 16:00 Uhr sollte ich den Anruf erhalten, ob genug Stammzellen entnommen werden konnten. Wenn nicht, hätte ich die ganze Prozedur am nächsten Tag noch mal erleben dürfen.

Um 15:40 Uhr kam dann der erlösende Anruf. Zitat der Ärztin: „Super Ausbeute, vielen Dank für Ihre Spende und eine schöne Heimreise.“

Da ich mich nach der Spende gleich im Hotel ins Bett gelegt hatte, fühlte ich mich auch kräftig genug für die Heimreise. Ich hätte zwar noch bis zum nächsten Tag im Hotel bleiben können, aber zu Hause ist es eben doch am schönsten. Druckverbände ab, Pflaster rauf, auschecken und ab nach Hause.

Mein persönliches Fazit des Ganzen: Die Betreuung über die ganze Zeit von der DKMS war hervorragend. Alle Fragen die man hat, werden schnell und freundlich beantwortet. Ich musste mich um nichts kümmern. Alle Termine wurden für mich abgesprochen, ein Hotelzimmer wurde für mich und meine Frau reserviert und alle Kosten wurden für mich übernommen.

Für die Leute, die sich auch überlegen sichbei der DKMS registrieren zu lassen: Ich will ehrlich sein. Ja, sich selbst Spritzen zu geben ist für den ein oder anderen ein Problem. Wenn es nötig ist, kümmert sich aber auch hier die DKMS um einen Pflegedienst der das Ganze dann übernimmt. Ja, die Nebenwirkungen der Spritzen können nicht ohne sein. In meinem Fall waren es starke Knochen-und Muskelschmerzen. Jetzt nach der Entnahme tut mir meine Milz etwas weh, da sie etwas vergrössert ist und die Hormone wieder abbaut . Mit ein paar Schmerztabletten überlebt man auch das. Ja, auch die Entnahme an sich ist nicht ganz schmerzfrei.  Es gibt wahrlich Schöneres als bis zu vier Stunden mit je einem Zugang im Arm rumzuliegen.

Aber sehen wir das Ergebnis. Dank der Spende für die DKMS kann ein Mensch weiterleben. Und dessen Schmerzen sind wesentlich größer.

In 8-11 Wochen erfahre ich dann über die DKMS wie es dem Empfänger geht. In zwei Jahren erfahre ich dann vielleicht auch wie Er/Sie heißt.

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