Nachdenklich

Ich weiß ja nicht wie es euch geht. Bei mir sorgt die dunkle Jahreszeit dafür das ich viel nachdenke.

Da kommen dann die Fragen wie: „Was bringt die Zukunft“, „Was wäre wenn…“. Angefangen hat das ganze bei mir vor gut fünf Jahren. Zu der Zeit teilte man mir unverblümt mit das ich ohne Operationen und ein Beatmungsgerät zum schlafen meinen 30. Geburtstag nie erleben würde. Die zwei Operationen habe ich zum Glück erfolgreich überstanden und an mein Beatmungsgerät in der Nacht habe ich mich auch gewöhnt. Was bleibt, ist bei mir die leichte Angst vor einem Stromausfall in der Nacht. Das kam bis jetzt zum Glück nur einmal vor und ging relativ problemlos von statten.

Die folgenden Jahre blieben nicht ohne schlechte Nachrichten. Erst die die Krebserkrankung meiner Mutter, die sie zum Glück erfolgreich überstanden hat, ein Jahr später der kurz vor einer Leistenbruch-OP entdeckte verschleppte Herzinfarkt meines Vaters. Es ist wirklich kein schönes Gefühl wenn man den eigenen Vater morgens zu einer harmlosen Leistenbruch-OP fährt und Mittags einen Anruf bekommt das er jetzt in ein anderes Krankenhaus verlegt wird weil man einen Herzinfarkt entdeckt hat und ihm dort sofort zwei Stents gelegt werden müssen.

Seitdem stehe ich recht offen zum Thema Tod. Das ganze ist unvermeidbar. Auch mit meiner Frau und meinen Eltern kann ich offen darüber sprechen. Ich finde es wichtig sich damit zu beschäftigen. Dinge wie der letzte Wille, Art der Beerdigung, wo findet man wichtige Unterlagen etc. sollten man vorher klären. Im Fall der Fälle möchte ich mich nicht damit beschäftigen müssen wer zum Beispiel die Beerdigungskosten trägt oder wo entsprechende Vollmachten hinterlegt sind.

Wie steht ihr zu dem Thema? Habt ihr entsprechende Vorkehrungen getroffen? Habt ihr euch mit dem Thema schon auseinandergesetzt?

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das Thema Tod und die eigene Sterblichkeit sind in unseren Breitengraden und Kultur seit jeher ein Tabuthema. Das ist auch ein Grund, warum man dann in den Sterbeanzeigen von über 90jährigen den Zusatz „plötzlich und unerwartet“ liest…

    Ich bin schon aus beruflichen Gründen fast täglich mit dem Thema Tod konfrontiert. Und wenn man erst einmal mitbekommen hat, wie jämmerlich, elend und entwürdigend das Sterben sein kann, macht man sich zwangsläufig mit dem eigenen Tod vertraut.

    Ich habe meine gesamt Familie genauestens instruiert, was ich möchte und vor allem, was ich NICHT möchte. Ich habe dazu den Vorteil, daß meine Frau im gleichen Beruf tätig ist und das Elend genauso kennt, wie ich.

    Ich bin der Überzeugung, daß es bei uns einfach keine „Sterbekultur“ gibt, diese aber dringend nötig wäre.
    Man muß ja nicht ständig über das eigene Sterben reden, aber man sollte es aber zumindest einmal, mit aller Deutlichkeit getan haben. Damit könnten in den schweren Stunden einige „Überraschungen“ erspart bleiben…

  2. Seit dem Tod meines Mannes, ist dieses Thema sehr wichtig für mich geworden. Und es gibt immer zwei Seiten.
    Es ist gut, wenn die Familie und enge Freunde wissen, was man möchte und was nicht. Das spart sehr viel Kraft und hilft.
    Auch wenn ich genau wusste, welche Vorstellungen mein Mann hatte und ich sie mittragen konnte, gab es dann doch auf einmal Dinge, die ich ganz egoistisch für mich entschieden habe (sein Schimpfen hör ich nur zu gut). Aber der bereits gesteckte Rahmen hat es mir leichter gemacht, Abschied zu nehmen.
    Auch wenn ich wusste, dass es so kommt und bereits einiges geregelt hatte: Dann war es doch plötzlich, das nimmt keine Vorbereitung. Nur konnte ich dann einfach ein Blatt hinlegen und jeder wusste, was nun dran ist.
    Ganz wichtig finde ich, dass alles, was mit rechtlichen Angelegenheiten zu hat, geregelt ist. Das ist bürokratischer Schiss, den dann keiner braucht.

  3. Ich habe ja von berufswegen auch mit dem Thema Tod und Sterben zu tun und kann mich da nur Steve anschließen, was die „Sterbekultur“ und das Tabu drumherum angeht.

    Ich für mich habe noch kein Testament etc, das wird aber sehr bald kommen, da jetzt ja auch ein Sohn, ein Haus etc da ist, und das dann alles geregelt sein sollte für den Fall.

    Aber ganz ehrlich mache ich mir momentan trotzdem noch keine all zu großen Gedanken um meinen eigenen Tod. Ich habe auch keine Angst vor dem Tod an sich – nur davor, dass ich qualvoll sterben könnte. Denn leider bekomme ich sowas im Krankenhaus immer wieder mit. Da hoffe ich, dran vorbei zu kommen, aber das hat man nicht wirklich in der Hand…

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